Bernhard Probst, Dresden

Das Allround-Talent
Mit elf Läden in Dresden und Umgebung ist Vorwerk Podemus, der Betrieb von Bernhard Probst, eine feste Größe in der Region. Zurücklehnen will sich der Biolandwirt deshalb aber noch lange nicht.
Schon auf dem Weg zum Vorwerk Podemus durchquert man die hofeigenen Obstplantagen, passiert ausgedehnte Ackerflächen und Weiden. Als Bernhard Probst und seine Eltern nach dem Ende der DDR auf den Betrieb der Familie zurückkehrten, umfasste dieser rund 60 ha sowie ein paar ausgemusterte Milchkühe. Die Hofgebäude waren heruntergekommen, die ganze Familie packte mit an. Heute sind es 276 ha und 48 Milchkühe inklusive Nachzucht und Ochsenmast, außerdem noch rund 80 Mastschweine und 180 Legehennen. Die Hofgebäude erstrahlen in altem Glanz. Neben dem landwirtschaftlichen Betrieb ist eine eigene Schlachterei entstanden. Inklusive Vermarktung arbeiten hier 154 Mitarbeiter, und Vorwerk Podemus ist bei den Dresdnern bekannt als gut laufender und sympathischer Betrieb mit vielen Standbeinen.
Bernhard Probst (39) wirtschaftet nach Gäa-Richtlinie. Seine Eltern sind direkt 1991, als der Betrieb rücküberschrieben wurde, in den Bioanbau eingestiegen und er bewirtschaftet den Hof in ihrem Sinne weiter. Damals noch ein Exot, ist der Biobetrieb mittlerweile bei den konventionell wirtschaftenden Nachbarn voll und ganz akzeptiert. Auch wenn die Felder mit durchschnittlich 10 bis 15 ha deutlich kleiner sind als die der anderen Bauern in der Gegend. Auf Probsts Äckern wachsen, nach traditioneller Fruchtfolge, Rotklee, Weizen oder Körnermais, Ackerbohnen, Kartoffeln, Triticale und Sonnenblumen. Die Anbauplanung macht er selbst, obwohl er auf zehn verlässliche Mitarbeiter in der Landwirtschaft zurückgreifen kann. Auf dem Traktor sitzt er selbst mittlerweile kaum mehr, auch wenn er das eigentlich gerne macht. Vielmehr ist er als Chef und Organisator gefragt, sowohl in der Landwirtschaft als auch und vor allem in der Direktvermarktung und der Schlachterei, in der neben den hofeigenen Rindern auch weitere Tiere aus der Region geschlachtet werden.
Überall auf dem Hof findet sich Probsts Handschrift – bei der selbst entworfenen Kartoffelabpackanlage oder im selbst optimierten Laufstall für die Kühe, in der eigenhändig geplanten Schlachteinrichtung wie auch beim Auslauf für die Mastschweine mit kleinen, in den Beton eingeprägten Kunstwerken. Vor dem Hoftor steht, statt Streichelzoo, ein Laufstall mit Tränkekälbchen, denn bei aller Größe ist Vorwerk Podemus doch ein bodenständiger landwirtschaftlicher Betrieb geblieben.
 
Text: dlz-Redaktion; Fotos: Philipp Ledényi


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