Christian Hartmann, Hofbieber

Mit guten Leistungen werben
Seine Erfahrung auf hoher See hat der 36-Jährige Milchviehhalter schon hinter sich. Als Marinesoldat schipperte er neun Monate auf der Gorch Fock, dem Segelschulschiff der Bundesmarine. Ob ihm das bei dem schweren Seegang hilft, den Milchviehhalter derzeit auszuhalten haben? An dem, was er und seine 95-köpfige Kuhherde leisten, sollte es nicht scheitern. Diese weist Spitzen-Leistungsdaten genauso auf, wie überdurchschnittlich gute Werte bei Lebensleistung und Eutergesundheit. Das beweist: Wohlergehen der Tiere und wirtschaftliche Leistungen schließen sich nicht aus.
 
Schlechte Preise, gute Leistungen
Stück für Stück hat Christian Hartmann den Betrieb im hessischen Hofbieber in Dorflage entwickelt. Der Betrieb am Rande der Rhön wurde 1912 errichtet und immer weiter ausgebaut. Zuletzt erweiterte der 36-jährige den Milchviehstall und baute neue Fahrsilos. Dabei hat der Hof aber seinen ursprünglichen Charme behalten. Der Betrieb verfügt über 95 ha LN, davon 35 ha Grünland und 60 ha Ackerland. Auf den Ackerflächen werden Weizen, Gerste, Mais und Weidelgras angebaut. Um die 95 Milchkühe kümmert sich Hartmann hauptverantwortlich. Sein Vater versorgt 300 Mastschweine und 35 Sauen. Neben Christian Hartmann und seinem Vater arbeitet noch ein Lehrling auf dem Hof.
Unter den schlechten Milchpreisen leidet Hartmann, wie alle anderen Milchviehhalter auch. Gerade einmal 21 Cent bekam der Landwirt im Juli. Der Landwirt versucht es durch Professionalität bei der Milcherzeugung auszugleichen. Dass ihm das in der Produktionstechnik gelingt, dafür sprechen die Zahlen: Durchschnittliche Tagesleistungen von 37 Litern Milch und Zellzahlen im Bereich von 100.000 sind deutliche Leistungsnachweise, erreicht mit einem guten Raumklima im Stall und strikter Arbeitsorganisation. So kontrolliert er mehrmals am Tag die Brunst, zum Beispiel vor dem Melken bei einer Tasse Kaffee. Die Besamungen führt der Landwirt im Eigenbestand selbst durch.
Seine Tiere erhalten jeweils zur Hälfte Gras- und Maissilage. Dazu kommt Milchleistungsfutter aus Getreide und Rapsschrot.
 
Schon die Kinder überzeugen
Eine Besonderheit des Betriebs: Im Rahmen des „ Bauernhofklassenzimmers“ führt der Milchviehhalter acht bis zehn Schulklassen und Kindergartengruppen im Jahr über den Betrieb. Frei nach dem Motto bringt er den Kindern die Landwirtschaft näher. „Wir müssen bei den Kleinsten anfangen, unsere Arbeit verständlich zu machen“, ist der Landwirt überzeugt.
 
Text: dlz-Redaktion; Fotos: Philipp Ledényi


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