Gert Ruschulte, Ohne

 
Milchvieh im Fokus

Gert Ruschultes Herz schlägt für die Milchviehhaltung. Ihm macht die Arbeit mit den Kühen Spaß. Aber er will auch, dass die Bevölkerung wieder stolz auf ihre Bauern ist.
Man kann alles besser machen. Das ist der Leitspruch von Gert Ruschulte aus dem niedersächsischen Ohne. Mit diesem Motto hat er die Milchviehhaltung in den letzten Jahren erweitert und die betrieblichen Kennzahlen optimiert. Sein Herz schlägt für die Milchviehhaltung: „Mir macht die Arbeit mit den Kühen Spaß.“  Er führt den Betrieb seit rund zehn Jahren in einer gemeinsamen GbR mit seinem Vater. 180 Kühe melkt Ruschulte im 2008 neu erbauten Boxenlaufstall. Den Stall inklusive Reproduktionsbereich und Melkhaus hat er auf die grüne Wiese gesetzt. Die Holsteinkühe sind auf planbefestigten Laufflächen und in Tiefboxen untergebracht. Insgesamt befinden sich rund 200 Kühe und 160 Nachzuchttiere in verschiedenen Stallungen auf dem Hof. Im letzten Jahr konnte er zusätzliche Flächen zupachten. Zum Betrieb gehören jetzt 108 ha LN. Davon sind 105 ha Ackerfläche und drei Hektar Dauergrünland. Auch auf dem Acker spielen die Kühe die erste Geige: Der Hauptanbau stellt das Feldfutter dar. Davon sind 55 ha Silomais und 34 ha Ackergras. Die restlichen 16 ha sind Getreidebau. Eine festangestellte Kraft, die sich vorrangig um das Melken kümmert, entlastet den Betriebsleiter.
Den Betrieb auf Dauer zu erweitern, ist auch weiterhin das Ziel des 35-jährigen Milchviehhalters. Allerdings nur, wenn es wirtschaftlich Sinn macht. Besonders die Kosten für die Pacht, erschweren das betriebliche Wachstum auf seinem Standort. Daher denkt er darüber nach, das Jungvieh aufziehen zu lassen, um zusätzliche Flächenkapazitäten für die Milcherzeugung zu erhalten.
Neben einer leichten Erhöhung der Erzeugung will er vor allem die Produktivität nach oben bringen. Das heißt nicht nur die Milchleistung von derzeit 11.000 auf 11.500 kg zu erhöhen, sondern auch die Remontierungsrate auf 25 Prozent zu stabilisieren. Außerdem sollen die Tierarztkosten weiter sinken. Auch wenn der Stall auf dem neuesten Stall ist, sieht Ruschulte auch hier noch Möglichkeiten, um den Komfort der Tiere zu steigern. So will er einen extra Bereich für die Frischabkalber bauen.
Eine sinnvolle Möglichkeit den Betrieb zu entwickeln, sieht Ruschulte im Bau einer 75 kW-Biogasanlage. Zum einen ist sie unabhängig von der Fläche. Zum anderen wird sie ausschließlich mit Reststoffen aus dem Betrieb versorgt.
Die Bevölkerung sieht der Landwirt als die Gruppe an, der seiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden muss: „Wir müssen für mehr Verständnis für die Landwirtschaft und unsere Tierhaltung sorgen. Die Bevölkerung muss wieder stolz auf ihre Bauern sein“, findet der Milchviehhalter. Daher hat er im Vorfeld des Biogasanlagen-Baus die örtliche Bevölkerung ausführlich über seine Pläne informiert und konnte feststellen, dass aus anfänglicher Skepsis Verständnis und Akzeptanz erwachsen ist.

 
Text: dlz-Redaktion; Bilder: Philipp Ledényi  



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