Jürgen Niedermann, Erlangen

 
Erfolg pflücken

Selbsternten von Apfel bis Zucchini bieten Jürgen Niedermann und seine Familie am Ortsrand von Erlangen-Hüttendorf an. Über 200 Obst- und Gemüsesorten sowie eine Naturspielwiese mit Grillgelegenheiten sorgen für ein Erlebnis für die ganze Familie. Daher auch der Name Huckepackernte, denn die Eltern nehmen ihre Kinder und die Kinder die Großeltern ins Schlepptau, um ihre Körbchen zu füllen. Darin landet mittlerweile nicht nur Pflanzliches. An stationären und mobilen Hühnerställen können die Kunden selbst Eier sammeln. Im dazugehörigen Hofladen finden die Kunden zudem auch Produkte von anderen Landwirten, wie selbstgemachten Käse, sowie regionaltypische Getränke.
Dass sich der Hof der Niedermanns einmal so entwickeln und die Angebote so gut angenommen werden, dazu trugen nicht nur Erfahrungen bei, die Niedermann Senior bereits gemacht hat, als er vor Jahrzehnten noch mit dem Anhänger in Erlangen von Haus zu Haus gefahren ist, um Kartoffeln und Gemüse zu verkaufen. Dazu trug vor allem auch bei, dass Jürgen Niedermann seit seiner Lehrzeit als Landwirt immer danach strebte, Wege abseits des Gewohnten zu entdecken. So kamen Äpfel, Schnittblumen und Gemüse auf den Hof und nach und nach entwickelte sich das heutige Angebot. Es setzt vor allem darauf, dass vielen Verbrauchern immer wichtiger wird zu wissen, woher Lebensmittel kommen. Und wo haben sie die größte Sicherheit dabei? Dann, wenn sie selbst ernten können.
Um sein umfangreiches Angebot an verschiedenen Früchten und Gemüsen an einer Stelle zu konzentrieren, hat Niedermann einen Teil seiner eigenen Flächen mit Berufskollegen getauscht, einen anderen verpachtet und Flächen anderer zugepachtet. So finden seine Kunden auf 14 ha alles an einem Fleck. Dass dies ankommt, beweisen die Kundenzahlen. An besonderen Tagen haben Niedermanns schon einmal mehrere tausend Besucher gezählt.
Auch bei Familie Niedermann läuft es im Huckepack, wenn es um die Zukunft geht. Tochter Theresa Niedermann hat Köchin gelernt und ist auf dem Sprung zum Studium der Ernährungswissenschaften in Weihenstephan. Damit will sie das Rüstzeug erwerben, um dem Unternehmen neue Betätigungsfelder zu erschließen. So ist geplant, künftig Kochveranstaltungen anzubieten, die nicht nur Anregungen dafür geben, was man aus leckeren Produkten vom Bauern alles machen kann. Sie sollen auch dazu beitragen, Wissen über gesunde Ernährung zu vermitteln. Neues bringt auch Sohn Lukas bereits ein. Der gelernte Gärtner, der zurzeit Gartenbauwissenschaften studiert, bringt immer wieder Ideen für neue Angebote ein. Dann wird gemeinsam experimentiert, ob etwa auch exotische Früchte oder andere für die Region untypische Früchte gedeihen. Manchmal sind Niedermanns dann sogar selbst überrascht, wie die bei den Kunden ankommen. So etwa bei einem der jüngsten Experimente: Weintrauben zum Essen wollten sie anbieten, dass auch die Weinblätter als Spezialität begehrt sind, das machten ihn einige ihrer südländischen Kunden bewusst.

 

 
Text: dlz-Redaktion; Bilder: Philipp Ledényi 



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