Katharina Mayer, Gersthofen

Unübliche Wege überlegt gehen
„Zweimal 300 Gramm vom Teres Major“, bestellt der Kunde im Hofladen auf dem Moirhof in Gersthofen. Ohne zu zögern nimmt Katharina Mayer die Rinderschulter aus dem Kühlfach, greift zum Zerlegemesser und schneidet die gewünschten Stücke zu. Wie die aussehen müssen, weiß sie aus dem Weiterbildungskurs für Fleischdirektvermarktung. Die 28-jährige Tierärztin und Erlebnisbäuerin machte sich für eine neue Kundengruppe fit. „Jetzt kann ich auch den Smokerbegeisterten Kunden Fleisch in der Barbeque üblichen, amerikanischen Schnittform liefern.“ Überhaupt findet die zweifache Mutter seien Weiterbildung und ein weitgespanntes Netzwerk ganz wichtig in ihrem Alltag auf dem 120 ha großen Biolandhof. Doch nichts unüberlegt. Ganz genau checkt die bekennende Exelliebhaberin, wie sie was im Betrieb gewinnbringend umsetzen kann. Ob in der Backstube, im Hofladen, in der Rinderhaltung, im Schweinestall, bei den Schafen und den Hühnern und Hähnchen, überall erklärt Katharina Mayer schnell und sachlich, warum sie sich für diese oder jene Lösung entschieden hat. Und sie vergisst bei aller Begeisterung nicht, ihren Mann und die Angestellten mitzunehmen. Für die lässt sie sich auch das ein oder andere Bonbon einfallen und hat sich so eine Truppe geschaffen, die ihr Engagement für den Beruf teilen und auf die sie sich hundertprozentig verlassen kann.
Als die heute 28-Jährige 2007 auf den sogenannten Moirhof in Gersthofen kam, war sie bestens vorbereitet. Neben dem Tiermedizinstudium absolvierte sie eine Ausbildung zur staatlich geprüften Hauswirtschafterin. Denn Katharina Mayer hatte ihr Ziel fest vor Augen. Und das muss so sein. „Um mich nicht in zu viele Aufgaben zu verstricken ist es wichtig klare Grenzen zu setzen.“ Es geht ihr nicht um grenzenloses Wachstum, sondern um Ausbau und Optimierung schon bestehender Ressourcen. Die heißen: Direktvermarktung der Produkte aus Hofmetzgerei und -backstube im Hofladen und Verkauf über den Partyservice. In der Öffentlichkeitsarbeit entstand der Betriebszweig Erlebnisbauernhof. Katharina Mayer informiert die Berufskollegen in Hofführungen und Vortragsreihen.
Ihre Erfolge können sich blicken lassen. In 5 Jahren steigerte sich die Direktvermarktung der Schlachttiere von 40 auf 100 Prozent. Der Stammkundenkreis im Hofladen vergrößerte sich von 120 auf 300 in der Woche. Damit hängt das nächste Ziel, das die Landwirtin vor Augen hat, zusammen. Abriß des altern Bauernhauses und Neubau eines Hofladens mit Räumen für den Erlebnisbauernhof, Unterbringungsmöglichkeiten für Praktikanten und ein großer Tagungs- und Veranstaltungsraum.
Katharina Mayer selbst ist regelmäßiger Teilnnehmer an Weiterbildungsveranstaltungen. Nur Sonntags nicht. Der Tag gehört ausschließlich ihrem Mann, den zwei Kindern und der restlichen Familie.
 
Text: dlz-Redaktion; Fotos: Philipp Ledényi


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