Leonhard Rösel, Neukirchen

Greening für Biogas
Bei Leonhard Rösel aus Neukirchen dreht sich alles um Biogas. Er war es auch, der den Vater überzeugte in Biogas zu investieren. Erstaunlich ist dies, weil der Betrieb im Nebenerwerb geführt wird. Der Vater von Leonhard ist im Hauptberuf Bauunternehmer. Er hat den Betrieb erst 2005 übernommen. Von der Begeisterung des Sohnes für die erneuerbaren Energien hat er sich anstecken lassen. Deshalb wurde im Jahr 2006 ein 800 m³ großer Pfropfenstromfermenter mit thermophiler Trockenfermentation zur Biogasproduktion gebaut. Zusätzlich wird das Substrat noch durch elektrokinetische Desintegration mit dem BioCrack System aufgeschlossen. So lässt sich Biogas für eine elektrische Leistung von 220 kW erzeugen.
Die treibende Kraft für die erneuerbaren Energien ist Leonhard Rösel. Nach seiner Ausbildung zum Techniker und zum Fachagrarwirt für Erneuerbare Energien hat es auch ihn nicht nur auf dem Hof gehalten. Er ist Energieberater am Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten in Neumarkt in Teilzeit, sodass er Praxis und Beratung gut miteinander verbinden kann. Besonders haben es ihm die Energiepflanzen angetan. Er hat sich auch mit dem Anbau von Szarvasi, einem Ungarischen Energiegras, versucht, da es sein Ziel ist möglichst viel Mais durch andere Pflanzen zu ersetzen. Daneben testet er immer wieder neue Mischungen, um Vielfalt auf den Betrieb zu bekommen. Ständig probiert er neue Energiepflanzen aus, um weniger Mais anbauen zu müssen. Folglich lässt er maximal 30 Prozent Mais in der Fruchtfolge zu. Um diesen Mais legt er oft Blühstreifen an. Die Bevölkerung freut dies; und so manche Blühpflanze landet in der Vase.
60 Prozent der Fläche wird mit Getreide bestellt. Neben Weizen werden Triticale, Sommergerste, Roggen und Hafer angebaut. Auf rund 10 Prozent der Fläche wächst Kleegras oder Luzerne. Diese Vielfalt sehen auch ehemalige Berufskollegen positiv und haben Pachtflächen angeboten, weil man nicht an Biogasbetreiber verpachten wolle, die nur Mais für die Anlage anbauen. Der Gärrest aus der Trockenfermentation wird zusätzlich noch separiert. Hier sind Kommunen, Gartenbauvereine und private Gartenbesitzer gerngesehene Kunden und nutzen den Dünger als Kompost und Torfersatz. Dem dynamischem Energielandwirt ist darüber hinaus die Öffentlichkeitsarbeit wichtig: Neben den Hinweisschildern auf den Felder an den Blühstreifen engagiert er sich im Biogasfachverband für ein besseres Image der Branche.
 
Text: dlz-Redaktion; Fotos: Philipp Ledényi


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