Martin Schnell, Neppersreuth

Gelb und rund

Freundlich lächelnd steht Martin Schnell vor seinem Hofladen in Kammerstein-Neppersreuth nahe Nürnberg. In dem kleinen, bunten Laden dreht sich fast alles um Kürbisse. „Die bauen wir seit zehn Jahren an“, erklärt der 37-jährige Bayer. „Ich habe damals eine Möglichkeit gesucht, etwas Neues zu machen und bin ich auf Kürbisse gestoßen.“ Der Auslöser waren Kürbiskernbrötchen, die damals Einzug in die Bäckereien erhielten. „Die Kürbiskerne auf den Brötchen stammen zum größten Teil aus China“, berichtet Martin Schnell. „Das fand ich unsinnig und habe mich erkundigt, ob und wie man Kürbisse hier anbauen könnte.“

Fündig wurde der Landwirt bei seinen Recherchen vor allen Dingen im Internet auf österreichischen Plattformen, denn Anbauberatung für Kürbisse gibt es in Deutschland so gut wie gar nicht. „Ich habe viel gelesen und es dann einfach getestet“, erinnert sich Martin Schnell an seine ersten Gehversuche im Kürbisgeschäft. „Einen Hektar haben wir im ersten Jahr angepflanzt.“ Heute sind es 74 ha und es werden nicht mehr nur Kürbiskerne für Bäckereien angebaut, sondern ein Großteil der Ernte wird zu Kürbiskernöl und Knabbereien verarbeitet, da die Gewinnspanne in diesen Bereichen höher ist.

Die Vermarktung läuft über den Hofladen, die Internetseite, andere Direktvermarkter sowie eine Einzelhandelskette, Messen, ein eigenes Hoffest und vor allen Dingen Hofbesichtigungen. „Besonders den letzten Bereich möchte ich ausweiten“, stellt der Unternehmer klar. „Deshalb bauen wir gerade ein Altgebäude um.“ Dort sollen ein neuer Produktions- sowie ein Besucherbereich mit Möglichkeiten der Verköstigung entstehen. Somit kann man in Zukunft anstatt der bisher etwa 40 Busse mit Besuchergruppen gute 100 Busse bequem betreuen und für den Kürbis und seine Erzeugnisse begeistern. „Das lohnt sich“, sagt Martin Schnell zufrieden. „Bei jeder Besuchergruppe gewinnen wir Stammkunden dazu.“

Text: Maren Diersing-Espenhorst, dlz; Fotos: Ledényi


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