Nadine Henke, Bruchhausen

Das Tier im Mittelpunkt
Dass es ihren Tieren gut geht, ist für Nadine Henke aus Bruchhausen-Vilsen im Landkreis Diepholz eine Herzensangelegenheit. Und als studierte Tierärztin, die viele Jahre in einer auf die Bestandsbetreuung von Schweinen spezialisierten Praxis tätig war, hat die 37-Jährige hierfür per se das richtige Händchen. Da bekommen Sauen, wenn sie nach der Geburt nicht richtig fressen wollen, dann auch mal Malzbier oder Apfelmus als Appetitanreger. Auch Eistee steht als „Leckerli“ bei den Tieren hoch im Kurs. Die danken es mit entsprechenden Leistungen. So stehen für den Betrieb mit 1.250 Sauen inklusive Ferkelaufzucht, den Nadine Henke gemeinsam mit ihrem Mann Heinrich (46) managt, über 32 abgesetzte Qualitätsferkel zu Buche. Damit gehören sie zu den Top 5 der Ferkelerzeuger in ihrem Erzeugerring mit mehr als 100 Betrieben. Bemerkenswert sind zum Beispiel auch die sehr geringen Verluste in der Ferkelaufzucht von nur 0,5 Prozent.
Während Ehemann Heinrich darüber wacht, dass auch die betriebswirtschaftlichen Zahlen stimmen, kümmert sich die 37-jährige Mutter von mittlerweile drei Kindern intensiv um die Betreuung der Sauen und Ferkel. Alles was in der Sauenanlage passiert, trägt praktisch ihre Handschrift. Dabei kann sich Nadine Henke auf ein hochmotiviertes Team von neun Mitarbeitern stützen, deren Anleitung ebenfalls in ihren Händen liegt. Für die junge Sauenhalterin ist es wichtig, ein gutes Team zu sein und die Stärken der einzelnen Mitarbeiter „mitzunehmen“. Das ist ihr bestens gelungen.
Untrennbar mit ihrer Arbeit im Stall verbunden ist für Nadine Henke eine intensive Öffentlichkeitsarbeit. Auf der Facebook-Seite „Brokser Sauen“ schildert sie immer aktuell den Alltag in ihren Ställen und lässt die Leser daran teilhaben. Hinzu kommt ihr großes Engagement als Mitinitiator der Internet-Seite „Frag den Landwirt“, auf der sie und ihre Mitstreiter Fragen zur Landwirtschaft beantworten. Auch bei der Aktion „Wir machen Euch satt“ im Rahmen der Grünen Woche in Berlin steckt jede Menge Henke drin. Nach dem Motto „agieren statt reagieren“ möchte sie der Öffentlichkeit ein reales Bild ihrer Arbeit und ihrer Berufskollegen geben. Hierfür öffnet Familie Henke – bei Einhaltung der im Betrieb geltenden strengen Hygienevorschriften – auch ihre Türen für Besucher, zum Beispiel beim „Türöffner-Tag“ der Sendung mit der Maus. So bekommen jährlich etwa 200 Besucher, darunter viele Städter, hautnah eine Vorstellung, wie moderne Schweinehaltung funktioniert.
 
Text: dlz-Redaktion; Fotos: Philipp Ledényi


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