Peter Zens, Hürth

Erlebnispark mit sozialem Anspruch
Nach Lust und Laune toben und Tiere streicheln, das macht den Gertrudenhof am Ortsrand von Hürth zu einem Paradies für Kinder. Und die Eltern freut es, denn der Besuch ist kostenlos, es gibt reichlich Parkplätze und gemütliche Gelegenheiten sich niederzulassen, etwas zu essen oder zu trinken. Das macht den Erlebnisbauernhof von Peter Zens seit Jahren zu einem Besuchermagnet. Natürlich hat der junge Landwirt auch zum Ziel, dort seine Produkte  und die von Berufskollegen aus der Region zu verkaufen. Aber er hat auch eine Botschaft: er will den Menschen aus der Stadt näher bringen, woher Lebensmittel kommen und, dass Regionalität und Nachhaltigkeit eng miteinander verknüpft sind.
Die Verbraucher goutieren es. Sein Konzept lockt zu allen Jahreszeiten tausende Besucher auf den Hof, Familien mit Kindern, aber auch Singles und ganze Schulklassen. Rund um das Jahr stimmt Zens die Angebote im Hofladen auf den Jahresverlauf ab, schließlich möchte er unterstreichen, dass regional genießen auch saisonal genießen heißt. Zudem passt er alle Aktionen auf dem weitläufigen Gelände einem jahreszeitlichen Motto an: Jetzt im Herbst stehen Kürbis und Ernte ganz oben an; später im Jahr Weihnachten und die Vorfreude darauf; bis dann im Frühjahr das Aufblühen der Natur im Mittelpunkt steht. Diese Abwechslung spricht seine Kunden an, sodass viele mittlerweile Stammkunden sind.
Der Gertrudenhof ist mittlerweile weit über das Rheinland hinaus auch bei Fachleuten bekannt, weil er geschickt Erlebnis und Direktvermarktung verbindet. Peter Zens beschränkt sich aber nicht nur darauf, über dieses Konzept Produzenten und Verbraucher zusammen zu bringen. Genauso engagiert wie er den Betrieb führt und entwickelt, trägt er über regionale und überregionale Initiativen dazu bei, eine Brücke zwischen beiden Welten zu schlagen. So ist er zum Beispiel Mitglied im Kölner Ernährungsrat, der es zum Ziel hat, ein nachhaltig gerechtes, effektives und ökologisches Ernährungssystem in der Stadt zu entwickeln. Dem Anspruch, Verantwortung in Ernährungsfragen für die Gesellschaft zu tragen, entspricht Zens auch im Kleinen. So hat er auf dem Gertrudenhof den ersten Foodsharing FairTeiler aufgestellt. Die Idee dahinter ist, dass sich dort Bedürftige mit Lebensmitteln versorgen können, die andere übrig haben. Ein Teil davon stammt auch aus dem Sortiment des Gertrudenhofs. Das ist Zens wichtig. Wegzuwerfen, was noch zum Verzehr geeignet ist, sich aber nicht mehr verkaufen lässt, entspricht nicht seiner Einstellung. Denn er will mit seinem Erlebnisbauernhof die Wertschätzung für Lebensmittel fördern, da passt achtloses Wegwerfen einfach nicht dazu.
 
Text: dlz-Redaktion; Fotos: Philipp Ledényi


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