Stefan Krainbring, Schönwalde

 
Von Holstein bis Estland

Stefan Krainbring steht für deutsch-estnische Freundschaft. In Holstein beackert er rund 200 ha. In Estland bewirtschaftet er seit 18 Jahren mit seinem ehemaligen estnischen Praktikanten rund 1.000 ha Acker und 100 ha Wald. Zwei bis drei Monate im Jahr ist er in Umbusi bei Pöltsamaa: Dort hat er nach und nach Teile einer ehemaligen russischen Kolchose übernommen. Seinen dortigen Partner hat er mittlerweile zum 40-prozentigen Teilhaber gemacht und einen weiteren Investor beteiligt. Krainbring pendelt, lebt mit Frau Bettina, Oecotrophologin, Tochter Merle und zwei Söhnen, die beide in der Landwirtschaft tätig sind. „Weniger Düngung und Pflanzenschutz, mehr Bodenleben, bessere Erträge“, so lautet sein Credo. Im Ackerbau schaut der 52-Jährige, der früher auch Golfplätze gebaut hat, im Landschaftsbau tätig war und nebenbei Holzhäuser vermarktet, weit über den Tellerrand. So fährt er eine GPS-gesteuerte Feldspritze, die als patentiertes Grundprinzip einen Luftzerstäuber nutzt und so die Blattflächen besser benetzt. Der feintropfige Spritznebel senkt den Wasser- und Mittelaufwand gehörig. Mehr Abdrift verzeichnet der Fachmann nicht, „weil die Energie der Tröpfchen einfacher größer ist. Sie sind deswegen schneller, haben eine größere Spannweite und gelangen so im Vergleich zu Standarddüsen ohne große Verwehungen ans Ziel“. Bei blattaktiven Herbiziden testet der Holsteiner noch „die richtige Dosis“. Auf Wachstumsregler in Getreide verzichtet er mittlerweile immer öfters komplett. Bei Fungiziden benötigt er rund die Hälfte, bei Insektiziden etwa 25 Prozent weniger als früher. Das funktioniert auch dank eines neuen Bodenhilfsstoffs, den Krainbring für seine Betriebe entdeckt hat. Den „vermeintlichen Wunderdünger“, dem er anfangs „mehr als skeptisch“ gegenüber stand, setzt er mittlerweile auf rund 70 Prozent der Betriebsflächen ein. Damit spart er die gesamte Grunddüngung, die Kalkung und große Teil der Stickstoff-Düngung ein. Mit „weniger Aufwand“ will der Holsteiner „gute Erträge“ machen. Krainbring: „Schließlich zählt nur, was unter‘m Strich herauskommt“.
 
Text: dlz-Redaktion; Fotos: Philipp Ledényi


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