Thomas Casper, Donzdorf

Der Pferdemacher
Noch bevor Thomas Casper sein Gestüt Birkhof in Donzdorf (Baden-Württemberg) vorstellt, redet er über seine Herzensangelegenheit: Kindern die Landwirtschaft, vor allem Pferde, nahezubringen. Dazu hat er zusammen mit anderen Pferdebegeisterten den gemeinnützigen Verein „Pferde für unsere Kinder“ gegründet. „Wir wollen den Kindern den spielerischen Umgang mit Pferden ermöglichen“, erläutert Casper. „Nur wenn wir wieder mehr Verständnis für die Tierhaltung in unserer Gesellschaft entwickeln, können wir auch eine bessere Akzeptanz der Verbraucher erreichen“, ist sich der Pferdehalter sicher.
Schließlich weiß Casper wovon er spricht. Der Pferdesport gerät immer wieder in die Kritik der Medien. Und die Familie Casper hat sich mit ihrer Pferdebegeisterung auf dem eigenen Gestüt Birkhof seit 1980 auf die Zucht von hochklassigen Sportpferden spezialisiert. Die Erfolge folgten schnell. 1986 erhielt das Gestüt die Anerkennung als staatliche Besamungsstation, vier Jahre später war man gar eine EU-anerkannte Besamungsstation. 1992 übernahm Thomas Casper erst die Betriebsleitung und dann vier Jahre später auch das Gestüt von seinen Eltern. Bereits damals erkannte der Pferdemacher, wie wichtig Vermarktungsveranstaltungen für das Gestüt sind. So hat der Manager 1994 in eine eigene große Reit- und Veranstaltungshalle investiert. „Durch die neue Halle sind neue Möglichkeiten für uns und unsere Kunden entstanden: Förderlehrgänge für Pferdekäufer, Verkaufsveranstaltungen für Züchterpferde, Weiterbildungsseminare zur Gewinnung von Neukunden, Hengstpräsentationen" schildert Gestütbesitzer Casper seine Motivation. Zudem gelingt es dem umtriebigen Manager für solche Veranstaltungen auch namhafte Sponsoren zu gewinnen.
Mit zunehmender Nachfrage stockte Casper den Betrieb im Laufe der Jahre immer weiter auf und baute mit viel Eigenarbeit und kostengünstigen Lösungen Reitplätze, eine neue Deckstation und neue Ställe. Heute hält er auf dem Gestüt Birkhof rund 150 Pferde. Dazu gehören 14 eigene Zuchthengste. Pro Jahr werden auf dem Birkhof 600 bis 1.000 Stuten gedeckt, etwa 60 Prozent auf dem Hof, der Rest wird versendet. Zudem hat Casper seit diesem Jahr eine Vertriebskooperation mit der Hengststation Böckmann arrangiert. Ehrenamtlich ist er Vorsitzender der Deutschen Hengsthalter e.V.
Neben den Deckgeldeinnahmen stellt der Verkauf von hochwertigen Sportpferden eine Haupteinnahmequelle dar. Immer wieder gehören Birkhof-Pferde zu den sportlich erfolgreichen, zum Beispiel 2008 bei der Olympiade waren vier Birkhof-Pferde dabei, wovon drei Gold holten. Auch beim jüngsten Warendorfer Bundeschampionat landete wieder ein Pferd im Finale. Derartige Erfolge machen in Kennerkreisen schnell die Runde. So kaufte auch Bayernstürmer Thomas Müller ein Pferd vom Gestüt Birkhof. Kein Wunder, dass Casper diesen Zweig weiter ausbauen und seine Pferde künftig noch besser ausbilden will. Schließlich geht das Besamungsgeschäft strukturbedingt zurück.
Casper bietet seinen Kunden auch eine Menge. So hat er die Ausbildung der Pferde forciert, eigene Reitlehrer angestellt und seit Jahren gehört ein festangestellter Tierarzt zum 22-köpfigen Birkhof-Team. „Wir sind aber auch bekannt für unseren after-sales-service“, wirbt Casper. So können die Kunden bei Problemen mit dem neuen Pferd jederzeit zum Gestüt kommen. Darüber bietet er Lehrgänge und speziellen Reitunterricht an.
2013 konnte er einen Nachbarbetrieb erwerben und investierte in einen Bewegungsstall, einer modernen Haltungsform für Pferde. Auf dem „Waldenhof“ finden rund 40 Pensionspferde Platz.
Die Pferdebegeisterung von Thomas Casper und dessen Ehefrau Nicole hat ihre Kinder mitgerissen. Alle drei Töchter sind begeisterte Reiterinnen. Die beiden älteren Anna und Lisa belegten bei ihrem ersten Start bei den deutschen Jugendmeisterschaften 2016 die Plätze drei und vier. Ein wichtiger Grundstein für die Zukunft des Gestüts Birkhofs ist damit gelegt.
 
Text: dlz-Redaktion; Fotos: Philipp Ledényi


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